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Auf der Metalcouch (Legacy 50)

Posted in - Auf der Metalcouch & Musik on Februar 4th 2007 0 Comments metal-couch

Schauen wir heute mal durch eine ganz andere Brille, denn dafür ist die 50. Legacy-Ausgabe ja eine wunderbare Gelegenheit. Langjährige Leser haben sich über die Jahre ihr Bild geformt, sehen die Metal-Couch in einer alten Stadtvilla stehen, mit knorrigen Apfelbäumen vor den Fenstern, in einem großen verwilderten Garten. Auf der Terrasse wuchert wilder Wein, und drinnen ist prächtiger Stuck an den Wänden, es gibt seidige Kissen und wollene Zudecken, in der Luft liegt ein exotischer Geruch. Das könnte glatt eine Mischung aus Zimt, Zeder und Sandelholz sein. Und natürlich das Aroma eines kühlen nordischen Bieres. Karjala Export vielleicht? Was für seltsame Gestalten kamen hier immer zu Besuch: Postmänner, Igel, Aliens und Praktikantinnen. Sie waren da, verschwanden bald wieder und waren doch auf ihre Art herzlich willkommen. So wie das im Leben sein sollte. Neu-Leser werden das nicht ganz so nachempfinden können, sich aber trotzdem von der gemütlichen Metal-Couch-Atmosphäre umgarnen lassen – weil Stadtvilla, Apfelbäume und ein Kühlschrank, prall gefüllt mit den Bieren der Saison.

Aber habt Ihr Euch mal gefragt, was da eigentlich noch für ein Hauch in der Luft schwebt? Ist das vielleicht Tabakgeruch? Wird auf der Metal-Couch etwa geraucht? Ja, die Metal-Couch ist keine Nichtraucherzone! Nicht mal ansatzweise. Hier wurde schon immer geraucht und wird es auch in Zukunft. Selbst wenn die Gesetze es noch so sehr befehlen wollen, dieser Platz wird keine No-Smoking-Area. Schon aus Prinzip nicht. Wenn all die modernen Kommissare und Superhelden auf der Leinwand nicht mehr rauchen dürfen, der Wirt ums Eck zum Gesundheitsbeauftragten gemacht wird und die Stammdisco zum nikotinfreien Ort mutiert ist, dann gibt es immer noch eine kleine tapfere Kolumne, die subversiv genug ist, das Rauchen zu erlauben.

Holla, hab ich heute vielleicht ein Gläschen Pathos zu viel gekippt? Das sei mir mal erlaubt, schließlich ist der Anlass ja nicht alltäglich. Dabei fällt mir gerade ein, habe ich Euch eigentlich schon mal gesagt, dass ich froh bin, gerade Euch als Leser zu haben? Nee? Dann mach ich das jetzt aber! Toll, dass Ihr immer dabei seid, toll, dass Ihr genau so seid, wie Ihr seid! Und jetzt trinken wir aber erst mal ein Bier! Was für eins? Das dürft Ihr heute ausnahmsweise mal selbst entscheiden.

Lasst Euch vom Restsommer beflügeln, von den ersten Herbstnebelschwaden inspirieren, und vor allem mögen die Brauereien Eures Herzens mal wieder besonders viel Wert auf die emotionale Geschmacksnote legen. 

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