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FRÜHLING IN BERLIN: DIE FREILUFT-TRINK-SAISON IST ERÖFFNET

Posted in - Bier on März 20th 2015 0 Comments Jana Farley

In Berlin gibt es jede Menge seltsame Sitten und Gebräuche! So zum Beispiel diese hier: Kaum zeigt das Thermometer über 10 Grad, blüht irgendwo ein Krokus und verirrt sich ein Sonnenstrahl auf den dritten Hinterhof, dann wird die Trink-Open-Air-Saison eröffnet.

Da kann dann natürlich nicht jeder Depp mitmachen, sondern man muss schon einige essentielle Dinge beachten, um zu den echten Insidern dazuzugehören:

-Kleidung: kurze Hose (mindestens Wadenfrei!) und T-Shirt sind die Grundausstattung, um die Tattoos zu zeigen, und zu beweisen, dass man ein richtig harter Kerl ist. Schuhe dürfen auch knöchelhoch sein, da ist freie Gestaltung angesagt.

-Hotspots: Parks, Stromverteilerkästen am Gehwegrand oder Bahnhofsvorplätze sind hipp, ganzjährige Trinkerecken eher nicht so angesagt, da es dort meistens Stress mit den Alteingesessenen gibt.

-Slang: viele Worte braucht es nicht, aber „Fotze“ und „Drecksau“ sollte man schon im Repertoire haben, um den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen.

-Getränkeauswahl: mit Budweiser oder irgendwelchen Exotenbieren braucht man gar nicht erst antanzen, damit fällt man definitiv durch. Beim Berliner Freilufttrinken zählen nur Umdrehungen und Bodenständigkeit. Sterni, Berliner oder Oetinger sind Trumpf, mit einem „Gutshaus Pilsner“ aus dem Hause Netto, kann man seine Individualität herausstellen, ohne gleich als Prahlhans zu gelten. Schnaps muss nicht, kann aber. Besonders dann, wenn es kalt wird, an den nackten Armen und Beinen.

-Füllhöhe: Wer weniger als fünf trinkt, braucht gar nicht wiederkommen, denn mit so einer Pussy will niemand ein zweites Mal saufen. Kotzen ist auch tabu, in die Hosen pissen geht grad noch so durch, aber eigentlich erst nach sieben Pullen.

-Erholungsfaktor: ist natürlich extrem hoch. Frische Luft, nette Kollegen und tolle Gespräche machen schließlich die Würze des Berliner-Lebens aus. Wenn am nächsten Morgen irgendwas weh tut, kann man es einfach auf die Hektik der Großstadt schieben.

 

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