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IN VOLLER VERACHTUNG: SCHON WIEDER VATERTAG!

Posted in - Bier on Mai 13th 2015 0 Comments Jana Farley

In Ostberlin war der Männertag voll Underground. Also sowas von Underground, das es ihn (nicht nur offiziell) gar nicht gab. Normaler Arbeitstag, Großaufgebot von Vopos an jeder Ecke und nur wirklich Eingeweihte wussten, um seine Bedeutung. Ich gehörte nicht dazu. Und so endete mein einziger konspirativer Männertag im „Ratskeller Lichtenberg“, wo es Soljanka und Berliner Pilsner satt gab, mit einer fulminanten Kotz-Kaskade auf der Frankfurter Allee. Auf’m Dorf war es wohl gebräuchlicher diesen Tag zu feiern, aber da war ich ja nicht zu Hause.

Richtig Auftrieb bekam der Vatertag, wie er inzwischen mal wieder hieß, mit der Wende. Die 90er wurden zum regelrechten Männertags-Exzess. Alles was kein Hirn mehr hatte, zelebrierte diesen Tag, als stehe der finale Weltuntergang kurz bevor. Auf der Spree wurden Dampfer gekapert, in Brandenburg wurde einfach jedem auf die Fresse gehauen, der bei drei nicht auf der Kiefer war und im Friedrichshain wurden die Kneipentische durch die Gegend geworfen. Warum auch immer, irgendwas machte diesen Tag magisch. Gab wohl eine lange Tradition, von der zwar niemand was Genaues wusste, aber egal. Mit genug Bier im Tank braucht sich schließlich keiner um die Faktenlage zu kümmern. Hauptsache man(n) ist schon am Mittag besoffen.

Ich hasse diesen Tag! Und zwar aus tiefstem Herzen! Ich trinke gern Bier, und am liebsten dann, wenn ich Lust darauf habe. Und nicht dann, wenn der Kalender mich dazu auffordert. Ich brauche keine Legitimation von seltsamen Feiertagen, ich ziehe nicht mit einem Handwagen durch die Gegend und kollektive Entgrenzung ist mir sowieso suspekt. Deshalb trinke ich am Herrentag auch kein Bier. Und wenn, dann richtig Gutes. So was, wie das unglaublich leckere „Mythique“ aus Frankreich.

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